Gedanken zum letzten Monat im Jahr

Biedermeiertee_Glühwein_wagners_kulinariumPause.

Mitte Dezember.

Ich dachte ich mach mal Pause. Zur Zeit schwankt meine Stimmung etwas, terminbedingt und stressbedingt. Ich fühle mich zwar nicht sehr gestresst, aber nur weil ich vieles nicht mache. Trotzdem steht es auf meiner To Do Liste. Und wenn ich doch zu viel mache, dann fühlt es sich eher wie Panik an und ich bin müde.

Ich möchte nicht, dass das hier ein Sudderblog wird (suddern = jammern). Ich bin meist das Gegenteil, aber es gibt Zeiten da ist nicht alles nur rosa. Vor Weihnachten ist es auch immer eine Ruhe die ich anstrebe die so sehr gegen den Alltag und die Umgebung schlägt, dass es einem Spagat gleicht. Aber das hier hilt mir. Und je älter ich werde (und ich habe kein Problem damit) desto klarer sehe ich was ich kann und nicht muss.

Wir schenken uns nichts zu Weihnachten.

Wir treffen uns einmal mit der (relativ kleinen) Familie zum Kaffee und Kuchen.

Wir haben eine kleine Tanne.

Wir essen immer panierten Fisch mit Kartoffelsalat am 24.Dezember.

Ich werde bekocht und meist fällt mir am 24. am Vormittag ein, dass ich etwas dringend montiert haben will (oder stelle die Möbel komplett um).

Wir laufen den ganzen Tag im Pyjama rum.

Ich dachte immer ich hätte keine eigene Weihnachtstradition, aber ich hab sie nur noch nie so gesehen. Meine eigene kleine Familie steht dann im Mittelpunkt. Nicht die Geschenke, nicht die Touren zu diveresen Verwandten. Einfach tun was uns gerade einfällt und zufrieden sein.

Heute sitze ich alleine und trinke Glühwein von gestern und esse Schokolade, die frisch gekommen ist. Ganz ohne schlechtes Gewissen, was schon mal gut ist. Leider geht sich mit Glühwein von gestern gerade mal ein leichter Schwips aus. Selten ist mir nach Berauschung. Punsch trinke ich nie, weil ich den nicht vertrage. Besser beruhigt mich Essen und dämpft meine Gefühle und manchmal auch die Sorgen. Die Erklärung, dass der Körper dann mit der Verdauung beschäftigt ist und der Rest in den Hintergrund rückt ist mir noch nie so logisch vorgekommen wie heuer. Gelesen habe ich darüber auf www.nicolewendland.de. Für sie durfte ich einen Beitrag zum Thema Advent mitgestalten. Im Herbst habe ich entdeckt, dass Suppen für mich eine angenehme, wärmende und nährende Möglichkeit sind satt und zufrieden zu sein. Ganz in den Alltag integriert habe ich das noch nicht. Ich bin noch am Üben.

Keiner hat gesagt, dass das Leben leicht ist

Also wurschtel ich mich durch. Im Rückblick ist es IMMER bergauf gegangen. Das kann ich bestätigen. An manchen Tagen fällt es mir einfach nur schwerer mich daran zu erinnern.

Den Großteil der letzten 16 Jahre ist es mir gut gegangen und dafür bin ich sehr dankbar. Vor allem meinem Mann, der mich gelehrt hat, dass es einfach nur der Blickwinkel ist der entscheidend ist. Gutes und Schlechtes passiert und ist nicht immer eine Frage der Schuld. Der Sichtweise entscheidet ob es auch für einen selbst gut oder schlecht ist. Und das wiederum wie ich darauf reagiere, ob es mehr Tiefs oder Hochs gibt.

Ich muss allerdings zugeben, dass es tatsächlich Tage gibt an denen einfach viel mehr stressige Ereignisse aufeinander treffen und auch einiges schief geht. Es gibt aber immer einen nächsten Morgen.

Es hat eine sehr lange Zeit gebraucht bis ich mich zu 100% auf meine kleine neue Familie einlassen und meine eingeprägten Muster verlassen konnte. Vertrauen wollte ich immer, aber die Einschätzung wem oder wem nicht, das war ein langer Lernprozess. Am Ende geht es nicht darum wem ich nicht vertraue, sondern dass ich es nicht persönlich nehme wenn jemand mein Vertrauen ausnützt.

Mach aus großen Problemen kleine und aus kleinen Problemen gar keine.

Ich bin genug

Meine Familie ist mein Halt und meine Rettung, mein Sternenhimmel und mein Ansporn mich zu verbessern. Egal was passiert ich gebe mein Bestes und weiß das genau das genug ist. Ich muss nicht das Leid der ganzen Welt auf meinen Schultern tragen und ich muss niemandem beweisen was ich kann und was ich bin. Ich werde es mit mir selber ausmachen, wenn es notwendig ist.

Ich entschuldige mich auch, wenn es nicht meine Schuld ist (weil es vielleicht auch keine Schuldfrage ist).

Ich versuche nett zu sein, auch wenn es gerade nicht mein Tag ist (kann ja der Andere nichts dafür).

Ich rechne nicht auf. Gutes kommt zurück – vielleicht über Umwege.

Ich freue mich, wenn sich andere Gedanken machen und laufe nicht einfach vorbei (an schönen Schaufenstern, kleinen Gärten, netten Nachbarn).

Mein Tag ist heute nicht der Beste. Ok, er hat gut angefangen. Aber dass er auch so gut weitergeht dafür werde ich meine Energie einsetzen. Niemandem außer mir kann ich dafür die Verantwortung geben.

Biedermeiertee_Glühwein_wagners_kulinariumBiedermeiertee (Glühwein)

  • 640 g Wasser
  • 320 g Weißwein (Grüner Veltliner)
  • 150 g Rum
  • 80 g Feinkristallzucker
  • 1/2 Zimtstange
  • 4 Stück Gewürznelken
  • Schale 1/2 Zitrone
  • Schale 1/2 Orange
  • 1 Beutel Darjeeling Tee

Alle Zutaten in einen Topf geben und auf 90 Grad erhitzen. Ich nehme immer losen Tee in Papierteefiltern, bei fertigen Beuteln kann es vorkommen, dass der feine Teestaub im Topf landet, dann muss man den Glühwein sehr vorsichtig abgießen. Nach 30 min Ziehzeit die Schalen, Gewürze sowie Nelken, Zimt und Teebeutel entfernen. Einmal kurz fast aufkochen lassen und servieren. Ich schneide aus der Orange noch gerne Filets und serviere den Biedermeiertee mit Orange und Zimtstange.

 

über Elisa

Elisa möchte die Welt verbessern und das Leben leichter machen. Mutter eines behinderten Sohnes (in der Pubertät) und Herrscherin über Chaos sind schon mal gute Voraussetzungen.

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